Unsere Ortschaft wurde um das Jahr 1100 gegründet. Die Ortsgründer waren bayerische Siedler. Die Mundart blieb bis heute erhalten.
Untersdorf wurde urkundlich 1285 als Tunderatesdorf erstmals erwähnt, nach dem Tunderrat, der in der Ortschaft lebte. Der Ortsname wandelte sich allmählich über Tunderdorf zu Untersdorf.
Gaststätte Kreppel. Bild von 1918
Schon nach der Gründung der Ortschaft wurde sie dem Bischof von Bamberg durch Kaiser Heinrich III entzogen und dem Reichsgut Nürnberg angegliedert. Bis
1374 war es im Besitz des Burggrafen von Nürnberg und wechselte dann zum Herzog von Stettin und Pommern. Die Herrschaft aus der Ferne war von kurzer Dauer, da die Nürnberger Bürger Heinrich und Konrad Geuder 1391 Untersdorf wieder zurückkauften.
Im 30-jährigen Krieg (1618-1648) wurde 1639 die halbe Ortschaft in Schutt und Asche gelegt und ein Großteil der Einwohner kam bei der Besetzung der Festung Rothenberg ums Leben.
Der Wiederaufbau war 1662 abgeschlossen. Die Ortschaft bestand aus 9 Höfen und noch 25 Einwohnern. Die Herrschaft der adeligen Geuderfamilie hatte 1848 nach 450-jähriger Herrschaft ein Ende gefunden.
In den beiden Weltkriegen wurde Untersdorf materiell nicht in Mitleidenschaft gezogen.
Bis 1809 war Untersdorf eine eigene Gemeinde und von 1809 bis 1818 gehörte es zur Distriktsteuergemeinde Germersberg. Ab 1818 bildete dann Großbellhofen mit Unterdorf, Weigensdorf und Röhrischhof eine eigene politische Gemeinde mit Name und Sitz in Großbellhofen. Im Zuge der Gebietsreform am 28 Juni 1971 wurde die Gemeinde Großbellhofen in die Marktgemeinde Schnaittach eingegliedert.
Fast sämtliche Anwesen wurden im 20. Jahrh. entscheidend verändert.
Untersdorf, älter als 700 Jahre : aus der Ortschronik der früheren Gemeinde Großbellhofen - verfaßt von Wilhelm Held + im Jahre 1970 -. In Teilen niedergeschrieben von Georg Kampfer.