Endpräsentation

Arbeitskreis 1 "Dorfleben"

In der Zeit der Vorbereitung beschäftigte sich der AK 1 "Dorfleben" insbesondere mit dem Vereinsleben und dem Brauchtum im Jahreskreis.
Als besonders erfreulich konnten wir feststellen, dass die Freiwillige Feuerwehr mit Jugendfeuerwehr, der Männergesangsverein, der Hexenstammtisch mit Weiberfasching und die Kirchweihburschen ein reges Vereinsleben führen.
In diesen Gruppierungen ist ein Großteil der Bevölkerung eingebunden. Dadurch wird vor allem die Gemeinschaft unserer Dörfer gestärkt.
Das Hauptanliegen unseres Arbeitskreises ist, Vorhandenes zu bewahren und weitere Aktivitäten anzuregen. Solch eine vielseitige Vereinsarbeit braucht unbedingt die Unterstützung der Bürger und der Gemeinde. Bei unseren Arbeitskreissitzungen fiel auf, dass derzeit keine geeigneten Räumlichkeiten für weitere Unternehmungen vorhanden sind. Die Schaffung einer passenden Unterkunft für unsere Bürger ist deshalb dringend notwendig. Jedoch wäre jeder Verein mit dieser Maßnahme finanziell überfordert. Gemeindliches Entgegenkommen und tatkräftige Unterstützung der Bürger könnten dieses Ziel verwirklichen.
Auch hat die Auswertung der Fragebögen ergeben, dass die Mitbürger an weiteren Vereinsangeboten am Ort interessiert wären, wie z.B. Senioren-, Frauen-, Gymnastikgruppen, Vorträgen, Wanderungen, Ausflügen, Theaterbesuchen und Bastelkursen. Sie würden gerne teilnehmen, wenn dieses Angebot vorhanden wäre.
Gerade das Brauchtum ist etwas, was uns verbindet. Es sollte gepflegt und wiederbelebt werden.
Höhepunkte im Jahreskreis bilden: Die traditionelle Kirchweih, der Nikolausbesuch für die Kinder am Dorfplatz, das Singen unter dem Weihnachtsbaum, das Pfeffern am 2. Weihnachtsfeiertag, der Umzug der Sternsinger, der Faschingsball der Vereine, der Faschingsumzug der Kinder, am unsinnigen Donnerstag der Weiberfasching, das Johannisfeuer gestaltet von der Jugendfeuerwehr und das alljährliche Brunnenfest.
In den Dörfern fehlen für unsere Kinder und Jugendliche entsprechende Entfaltungsmöglichkeiten, insbesondere Spielstraßen und Spielplätze. Verschiedene Plätze und Straßen könnten ohne größeren Aufwand in Spielzonen umgewandelt werden. Wenn auch nur einige dieser Gedanken verwirklicht werden könnten, hätte unser Arbeitskreis zur Förderung der Gemeinschaft ein großes Stück beigetragen.

Kirchweih-Baumaustanzen
Kirchweih - Baum austanzen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Männergesangsverein
 
Männergesangsverein
 
 
 
 
 
 

 

 

Arbeitskreis 2 "Dorfbild"

Die Mitarbeiter des Arbeitskreises AK 2 "Dorfbild" möchten Ihnen kurz die Lage und Geschichte der Ortschaften Großbellhofen, Kleinbellhofen, Untersdorf, Weigensdorf und Röhrischhof näher bringen. Anschließend führen wir Ihnen die Wünsche der Einwohner für "die Zukunft" auf.
 

Die Lage des Ortes Großbellhofen:

Das Dorf Großbellhofen liegt auf einer Höhe rund 360 m über NN im Vorland der nördlichen Frankenalb. Es liegt auf leicht welligem Gelände, einer eiszeitlichen Niederterrasse aus Ton und Sand, am östlichen Ufer des in Nord-Süd-Richtung fließenden Röttenbachs. Dieser mündet rund 6 km südlich des Dorfes in die Pegnitz und berührt dabei den ganzen westlichen Ortsrand.
Folgen wir dem Flusslauf aufwärts in nördlicher Richtung, erreicht man die Weiler Weigensdorf nach ca. 1 km und Röhrischhof nach ca. 2 km. Gehen wir von Großbellhofen aus Richtung Nordost, gelangen wir über eine Anhöhe "Weinberg" (Weinbergskulturen im 16. Jahrhundert, Besitzer Kloster St. Katharina in Nürnberg) zum "Alten Rothenberg", einem Waldgebiet (Fichtenbestand). Ca. 1 km im Osten von Großbellhofen durchschneidet die Trasse A 9 (Berlin-München) das Schnaittachtal. Das idyllisch gelegene Dorf Kleinbellhofen befindet sich ca. 200 m südöstlich von Großbellhofen in einer kleinen Senke. Die Tongruben, in welchen bis heute noch abgebaut wird, sehen wir gleich südlich am Ortsrand mit anschließendem Sandabbau. Dahinter erstreckt sich ein großes zusammenhängendes Waldstück "Eichelberg", das bis nach Neunhof-Lauf verläuft. An seinem Rand blickt ca. 0,5 km entfernt das Dorf Untersdorf auf Großbellhofen herunter.
 

Zur Geschichte von Großbellhofen:
Was war?

GrossbellhofenGroßbellhofen wurde vermutlich durch aus dem Süden eingewanderte bairische Siedler zwischen der Mitte des 11. und 12. Jahrhunderts gegründet. Der Ort entstand im Rahmen der Kolonisationsarbeit durch das Bistum Bamberg. Das fruchtbare Schwarzjuraland vor Voralpen trug durch Intensivierung agrarischen Nutzung zur wirtschaftlichen Blüte und zum Bevölkerungszuwachs bei. Um 1275 erfolgte erstmals eine urkundliche Erwähnung des Namens Pelhouen.
Der Ort lag in der Herrschaft Rothenberg und wurde von den Garnerben von der Pfalz gekauft und von einem Burggrafen und Burgvogt verwaltet. Nach dem Dreißigjährigen Krieg im Jahre 1662 ging es an Kurbayern über. Großbellhofen war seit frühester Zeit der katholischen Pfarrei Kirchröttenbach zugeordnet. Vor der Übergabe an Kurbayern waren von 42 Bewohnern 38 protestantisch. Diese führten eine Regkatholisierung durch, seither ist Großbellhofen überwiegend katholisch.
1818 wurde Großbellhofen eine eigene politische Gemeinde und umfasste neben Großbellhofen die Orte Röhrischhof, Untersdorf und Weigensdorf mit insgesamt 425 Tagwerk und 65 Einwohnern. Außer einem Wirtshaus gab es weder Handwerk noch Markt in der Gemeinde. Es wurde ausschließlich nur von ausreichender Ackernahrung gelebt (zwischen 16 bis 73 ha).
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde südlich von Großbellhofen Ton abgebaut, ab 1860 mit eigener Ziegelei. Im Jahre 1898 wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Diese feiert Anfang Mai 1998 ihr 100jähriges Gründungsjahr. 1902 erbauten die Einwohner ein Schulhaus und 1914 wurde Großbellhofen an die zentrale Stromversorgung angeschlossen. Die Ziegelei, die bereits über 3 Brennöfen verfügte, brach man 1918 ab. Die zentrale Wasserversorgung erfolgte 1958. 1960 wurde ein eigenes Feuerwehrhaus und 1963 eine Kläranlage gebaut. 1971 wurden wir in den Markt Schnaittach eingemeindet. Die Flurbereinigung wurde um 1980 abgeschlossen.
Großbellhofen zählte
1925 124 Bewohner in 25 Wohngebäuden
1950 223 Bewohner in 34 Wohngebäuden
1987 266 Bewohner in 70 Wohngebäuden
Großbellhofen zählt heute alleine ca. 300 Einwohner.
Dies war nur ein kleiner Streifzug durch die Geschichte von Großbellhofen.
 

Zukunftswünsche von Großbellhofen:
"Was ist, was soll sein?"

In unzähligen Stunden haben wir uns mit dem Dorfbild, Verkehr sowie Siedlungsstruktur beschäftigt.
Im Herbst letzten Jahres stellten wir bei der Zwischenpräsentation unsere Vergangenheit und Gegenwart vor. Bei der Endpräsentation zeigen wir nun Wünsche der Bürgerinnen und Bürger auf, die bei der Fragebogenaktion (Beteiligung Dorfbild 65 %) geäußert worden sind.
Verkehrsbelastung:
Die breite und gerade durch den Ort führende Staatsstraße 2236 verleitet zur Raserei. Aufgrund des Sand- und Tonabbaus ist die Ortschaft sehr mit Schwerlastverkehr belastet. Durch die Verlegung der Autobahnausfahrt wird mit noch stärkerem und schnellerem Durchgangsverkehr in Richtung Erlangen gerechnet. An den Ortsein- und Ortsausfahrten sollten Verkehrsinseln gebaut werden. Ebenfalls soll der Schulweg der Kinder sicher sein. Eine Verkehrsinsel mit Zebrastreifen in der Dorfmitte soll dies möglich machen.
 
 
Fotomontage: So kann es aussehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Umgehungsstraße:
Wie das Ergebnis der Befragung deutlich zeigt, wird von der Bevölkerung eine Umgehungsstraße für dringend erforderlich gehalten. Von 183 abgegebenen Antworten wünschen 144 eine Ortsumgehung (79 %).
 
Zone 30 und Spielstraßen:
Viele der Nebenstraßen sollen Zone 30 oder Spielstraßen zur Verkehrsberuhigung werden.
Straßen und Flurstraßen:
Einige Straßen und Flurstraßen sollen befestigt oder erneuert werden.
 
Dorfplatz , Kriegerdenkmal:
Der Dorfplatz mit dem Kriegerdenkmal, das versetzt und saniert werden muss, braucht eine völlig neue Gestaltung mit mehr Grün (Blumen, Bäume usw.), Ruhebänken, Tischen und Informationstafeln.
 
Fotomontage: So kann es aussehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fuß- und Radwege:
Zu den Nachbarorten benötigen wir vor allem zur Sicherheit der Kinder Fuß- und Radwege.
Bürgerhaus, Mehrzweckhalle:
Da der Saal, der zur Gastwirtschaft gehört, seit Jahren bereits baufällig ist, sind die Vereine bei Veranstaltungen (z.B. Faschingsball) schon länger gezwungen, außerhalb zu gehen. Deshalb wäre es eine gute Sache, wenn wir ein Bürgerhaus im Ortskern oder eine Mehrzweckhalle, z.B. beim Sportplatz, erhalten würden. Es sollten Räume für Veranstaltungen (Vereine), Gymnastik, Vorträge, Feiern (Familie), Ausstellungen usw. beinhalten, dazu Umkleidekabinen und Duschen.
 
Sportanlage:
Die vorhandene Sportanlage für Freizeit verbessern. Besonders für Jugendliche eine Attraktivität zu schaffen, z.B. Hartplatz für Basketball usw.
 
Kinderspielplatz:
Der vorhandene Kinderspielplatz sollte noch vielfältiger gestaltet werden und ein Kleinkinderspielplatz wäre in der Ortschaftsmitte wünschenswert. Über den Bach würde eine einfache Holzbrücke den Weg für die Kinder zum Sport- und Spielplatz sicherer und kürzer machen.
 
Gehsteige, Beleuchtung:
Eine Verlängerung der Gehsteige zum Kinderspielplatz wäre dringend nötig. Im Ort selbst müssten einige Gehsteige und Beleuchtungen neu angelegt werden.
 
Rad- und Wanderwege:
Die Überarbeitung und Erstellung neuer Rad- und Wanderwege würden 75 % der abgegebenen Bürgerstimmen sehr begrüßen und sich auch teilweise aktiv beteiligen. Dazu mehr Ruhebänke oder Sitzgruppen aufstellen.
 
Büsche, Hecken, Streuobst:
Entlang von Feldwegen sollten wieder Hecken, Büsche oder Streuobstwiesen gepflanzt werden (Gemeindegrund).
 
Containerplatz:
Die Gestaltung und Ansicht des Containerplatzes durch mehr Grün wäre eine schöne Sache. Oder wäre ein anderer Ort besser?
 
Ton und Sand:
Durch den Abbau von Ton und Sand ist der südliche Landstrich neben der Ortschaft unansehnlich. Hier sollte wieder angepflanzt und aufgeforstet werden.
 
Feuerwehrhaus:
Eine Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrhauses mit Unterrichtsraum ist notwendig. Neben einer starken aktiven Wehr wird seit Jahren erfolgreiche Jugendarbeit geleistet.
 
Gewerbeflächen:
Um neues Gewerbe anzusiedeln, müsste eine Gewerbefläche ausgewiesen werden. Der Baustil sollte dem Ortsbild angepasst werden.
 

Kleinbellhofen
Was war, was ist, was soll sein?

Geschichtlich ist Kleinbellhofen mit Großbellhofen identisch, da die beiden Orte urkundlich ab 1275 als Bellhofen (zu den Höfen eines Bello) erwähnt sind. Ab dem 17. Jahrhundert wurde zwischen Unter- und Oberbellhofen das jetzige Groß- und Kleinbellhofen unterschieden. Der Ort besaß ab dem frühen 19. Jahrhundert ein Hirtenhaus. Die damaligen Ortsbewohner waren Landwirte und Waldarbeiter.
Kleinbellhofen liegt westlich vom Luftkurort Schnaittach und der A9, die momentan im Umbau ist.
Ab dem 18. Jahrhundert gehörte der Ort zur Gemeinde Hedersdorf, zählte 7 Häuser mit 34 Einwohnern. 1971 wurde Kleinbellhofen mit 22 weiteren Orten nach Schnaittach eingemeindet. Heute besiedeln 40 Einwohner in 11 Wohnhäusern den Weiler. Er ist erdverkabelt, hat Telefon, ist jedoch nicht kanalisiert. Es gibt zwei Oberflur- und Unterflurhydranten. Die Straßenbeleuchtung sollte von bisher drei Dorflampen auf fünf erweitert werden.


Das kleine aber gepflegte Kleinbellhofen wird von sehr vielen Wanderern und Radfahrern gerne als Verbindung zu Wander- und Radwegen im Hailoh oder zum Trimmpfad durchquert. Dazu wäre ein Informationstafel mit Glasfenster für Wanderkarte an einem wettergeschützten Platz dringend notwendig. Sinnvoll wäre es auch, das Bushäuschen, das an der Staatsstraße steht, im Ort unterzubringen. (Siehe Fotomontage links)
Die Wohnhäuser sind vorwiegend neueren Baustils oder neu renoviert. In manchen Höfen findet man auch noch alte Häuser und Scheunen auf Sandsteinsockel mit Fachwerkgiebel.
Früher wurde die Landwirtschaft in Kleinbellhofen voll betrieben. Heute haben sich alle, außer einem Hobbylandwirt, dem Arbeitsmarkt zugewandt.
Die Straße ist durch den ganzen Ort staubfrei befestigt, jedoch sehr schmal. Sie ist in gutem Zustand. Gehwege sind nicht vorhanden. Eine Begradigung des Gemeindestreifens vom Dorfkreuz bis Einlas des Kanalrohres wäre zur Verbesserung der Pflege wünschenswert.
 
Eine Friedenslinde und mehrere alte Eichen säumen einen großen Teil der Ortsstraße. Bei der Linde wurde 1990 in Eigeninitiative der Bewohner ein Dorfkreuz errichtet, zu dem eine Ruhebank noch gut wäre. Der Ort besitzt drei Dorfweiher im Verlauf des Baches. Hier ist die Ökologie (momentan) noch in Ordnung.
Nach einigen Hochwassern im Ort wurde der Bach der durch den Ort fließt bei den Straßenübergängen erweitert. Jedoch bleiben die Befürchtungen der Bewohner bestehen, da das ganze Oberflächenwasser der A9 im Bereich der Einfahrt Richtung Nürnberg und des zukünftigen Autohofes (stehen derzeit noch Wald und Wiesen) durch den Ort läuft. Eine weitere Vergrößerung und zusätzliche Befestigung des gesamten Baches wäre demnach erforderlich, auch wird sich die Wasserqualität verschlechtern.



Untersdorf
"Was war, was ist, was soll sein?"

Untersdorf wurde ca. 1350 n.Chr. erstmals urkundlich erwähnt und ist somit nachweislich schon ca. 650 Jahr alt. Es ist ein kleines Dorf mit etwa 120 Einwohnern nahe Großbellhofen gelegen, in dem die Welt noch in Ordnung ist. Dort kann man - allerdings nur bei Vollmond - Fuchs und Hase einträchtig beieinander hockend antreffen.
Früher lebte man vorwiegend von der Landwirtschaft, vor allem dem Hopfenanbau. Mit den Jahren sind die meisten bäuerlichen Betriebe verschwunden. Heute gibt es noch vier Vollerwerbs- und Nebenerwerbslandwirte. Allerdings sind an diesem verhältnismäßig kleinen Ort etliche andere Gewerbetreibende ansässig. So kann Untersdorf aufwarten mit einem Heizungsinstallationsbetrieb, einem Zahntechnikerlabor, einer Bauunternehmung, einem Architekten, einem Versicherungsmaklerbüro und einer Gastwirtschaft.
Das Wahrzeichen des Dorfes ist eine kleine Kapelle, die nach dem zweiten Weltkrieg aufgrund eines Gelübdes erbaut wurde. Ein Bewohner Untersdorfs hatte versprochen, dass er eine Kapelle errichten lassen werde, falls seine beiden Söhne unversehrt aus dem Krieg zurückkehren.
Möglichkeiten der Dorfverschönerung finden wir in der Dorfmitte, auf dem "Schweinehügel" , im Volksmund "Säuhübbel" genannt. Eingerahmt vom Wartehäuschen des Schulbusses, einer Reihe von wenig attraktiven Garagen und einer Scheune gleicht dieser Platz eher einer dunklen Müllkippe, denn einem Begegnungsplatz. Hier wäre eine Veränderung dringend notwendig und wünschenswert.
 
Fotomontage: Bepflanzung der Dorfeinfahrt
 
Eine Beruhigung des Durchgangsverkehrs wäre dringend angebracht. So wird die Gemeindeverbindungsstraße von Herpersdorf kommend über Laipersdorf immer häufiger als vermeintliche Rennstrecke missbraucht. Ein paar Bodenschwellen am Dorfein- und Dorfausgang, eine Verkehrsinsel oder das Pflanzen von entsprechend großen Bäumen (Torwirkung) könnte die gewünschte Geschwindigkeitsreduzierung bringen. Die Dorfbewohner halten es auch für angebracht, im gesamten Dorf Tempo-30-Zonen auszuweisen.


 
 

Weigensdorf
Was war, was ist, was soll sein?

Weigensdorf wurde das erste Mal urkundlich um das Jahr 1350 als "Weygen-hainstorf" erwähnt. Gegründet wurde es vermutlich von bayerischen Siedlern, die aus dem Süden eingewandert sind und durch die Kolonisationsarbeit durch das Bistum Bamberg angesiedelt wurden. Eine zweite urkundliche Nennung von 1366 enthält bereits den Namen "Weggenstorf". Der Weiler ist wohl aus einem Einzelhof in einer charakteristisch ausgeprägten Anlage von Wohnplatz und Ackerflur hervorgegangen. Der Weiler lag unter der Herrschaft Rothenberg. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verkauften im Jahre 1662 die Garnerben von der Pfalz den Weiler, der damals aus zwei Höfen bestand an die Kurbayern. 1818 kam der Weiler zur politischen Gemeinde Großbellhofen. Weigensdorf bestand 1834 aus drei Anwesen, bezeichnet Drittelshöfe, mit 34 Bewohnern und einem Gemeindehirtenhaus. Die Ackerfläche bot ausreichende Nahrung und es war kein gewerblicher Zuerwerb nötig. 1971 wurde Weigensdorf in den Markt Schnaittach eingemeindet. Die Flurbereinigung wurde mit der Gemeinde Großbellhofen um 1980 abgeschlossen. Heute zählt Weigensdorf drei Anwesen mit neun Einwohnern, davon ein landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb, die beiden anderen Betriebe sind verpachtet.
 

Die Zukunftswünsche der Bewohner von Weigensdorf:
Der typische Weiler Weigensdorf liegt idyllisch westlich unterhalb vom "Alten Rothenberg" auf einer Höhe von 370 m über NN und ca. 1 km nördlich von Großbellhofen. Geschlossener Fichten- und Mischwald reicht bis auf 500 m im Osten an den Weiler heran. Von der Brücke über den Röttenbach öffnet sich nach Westen der Blick auf das Nachbardorf Germersberg. Weigensdorf ist ein Ort mit viel Grün (Bäume, Hecken), Streuobstwiese in Hanglage und Fachwerkhäusern.

Verkehrserschließung:
Die Zufahrt zum Weiler von der Gemeindestraße Großbellhofen - Freiröttenbach, über die Röttenbachbrücke, müsste dringend erneuert werden. Seit Jahren ist die Röttenbachbrücke in einem sehr schlechten Zustand. Diese muss immer wieder von Schwerlastern (täglich Milchauto, Anlieferungen) benützt werden und ermöglicht die einzige überörtliche Verkehrsanbindung. Einige Straßen und Wege sollten saniert werden.
 

Ländliche Entwicklung in Bayern
Was war, was ist, was soll sein?

 
Die Lage der Einöde Röhrischhof:

Die Einöde Röhrischhof befindet sich auf einer Höhe von 375 m über NN auf einer halbrund geformten Verebenungsfläche einer Hangterrasse im Hangverlauf. Westlich fällt der Hang in das Tal Röttenbachs, der rund 30 m unterhalb des Hofes in Richtung Großbellhofen und der Pegnitz fließt.
Die Geschichte von Röhrischhof:
Röhrischhof tritt zum ersten Mal 1342 in einer urkundlichen Nennung als "Ruegershof" auf. Im Grundsteuerkataster von 1834 wird der Flurname "Glashof" aufgeführt, es wäre möglich, dass ein Anwesen bestand, das bereits über einen frühneuzeitlichen Glasofen verfügte. In der Gegend gab es Quarzsand zur Herstellung von Glas. Dieses Anwesen ging aber vermutlich bereits spätestens im 14. Jahrhundert wieder unter. Der ursprüngliche Hof musste bis 1834 seine Abgaben an das Spital Heilig-Geist in Nürnberg entrichten (Grunddienstbarkeit). Zwischen 1696 und der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der Hof "öde" bezeichnet, d.h. er wurde von einem Anwesen in Germersberg mitbewirtschaftet. Wohl zwischen 1740 und 1757 baute man den Hof, der vermutlich durch den 2. Markgräflerkrieg 1552/53 zerstört wurde, wieder auf. 1809 wurde das Anwesen als Dreiachtelgut bezeichnet. 1818 kam Röhrischhof zu der politischen Gemeinde Großbellhofen. Damals hatte die Einöde ein Wohnhaus mit acht Einwohnern. 1834 umfasste der Hof 79,71 Tagwerk Grund. Die Eingemeindung in den Markt Schnaittach erfolgte 1971. Eine Flurbereinigung mit der Gemeinde Großbellhofen wurde 1980 abgeschlossen. Röhrischhof ist heute ein Einödhof mit sechs Einwohnern geblieben.


Zukunftswünsche von Röhrischhof:
Die Brücke und Schotterstraße, die zum Hof führen, bedürfen dringend einer Sanierung bzw. Erneuerung.
Um den Hof selbst sollte noch mehr gepflanzt (Bäume) werden.

Arbeitskreis 3 "Gewerbe - Landwirtschaft":


Mit den Sorgen und Bedürfnissen der Landwirtschaft und unserer Gewerbebetreibender befasste sich in den vergangenen 18 Monaten ein gemeinsamer Arbeitskreis. Aus den Wurzeln der Vergangenheit sollen Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt werden.
Die landwirtschaftliche Entwicklung in unseren Dörfern erforschten wir anhand "hundertjähriger" Flurkarten. Durch Gegenüberstellung aktuellen Kartenmaterials war die Veränderung unserer Orte und Fluren erkennbar. Insbesondere die Flurbereinigung brachte hier einschneidende Maßnahmen. Bei unserer "Geschichtsforschung" erfuhren wir, dass bereits um 1350 Hopfenanbau für unser Gemeindegebiet vermerkt wird. Bis ca. 1970 war der Hopfenanbau auch in unseren Gemarkungen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Um die Jahrhundertwende wurden sogar Kleinstflächen mit Hopfen bebaut. Kartoffeln werden um 1750 erwähnt. Um 1800 wird die sogenannte Vierfelderbewirtschaftung beschrieben. Erst um 1900 kommen Obst-, Hanf- und Linsenanbau hinzu. Die Waldbewirtschaftung war die "Sparbüchse des Landwirts". Rinden aus Eichenschlägen wurde an Gerbereien verkauft. Viele Höfe hatten Brau- oder Brennrechte.
Auch die Veränderung von Betriebsgrößen und der Arbeits- und Anbauweisen wurde untersucht. Um 1850 werden in unseren Orten Höfe mit bis zu 80 Tagwerk Land beschrieben. Bei dieser Betriebsgröße wurden zwei bis vier Pferde, ca. vier bis sechs Rinder zur Feldbewirtschaftung, zwei bis drei Schweine und Kleinvieh zur Selbstversorgung gehalten. Zum Fuhrpark und Werkzeug gehörten Holzwägen mit Aufbauten, hölzerne Pflüge und Eggen sowie Rechen, Gabeln und Hacken. Solche Betriebe beschäftigten vier bis sechs Knechte und Mägde. Auch der soziale Stand und das Ansehen der Landwirte veränderte sich. Früher waren sie Arbeitgeber, wichtige Auftraggeber der Bauwirtschaft. Durch den Anbau der Grundnahrungsmittel konnten sie hochgestellte Personen, wie Pfarrer oder Lehrer, versorgen. Auch aufgrund ihres Reichtums gehörten die Landwirte zu den Honoratioren der Dörfer, mit entsprechendem Ansehen und entsprechenden Privilegien.
Anhand von Flurkartenvergleichen, Tagbüchern, Anbautabellen, Lohnzetteln, Anstellungs- und Entlassungsnotizen, Handwerker- und Betriebsmittelrechnungen versuchten wir, die Entwicklung des Betriebes der Familie Weber aus Weigensdorf seit ca. 1900 nachzuvollziehen. Die Ergebnisse wurden bereits bei der Zwischenpräsentation vorgestellt. Hierbei diskutierten wir den Niedergang des sehr arbeits- und kapitalintensiven Hopfenanbaus, die Gründe für den Rückgang der Kartoffel, die Veränderungen beim Anbauverhalten der Landwirte und warum die Viehhaltung immer mehr intensiviert wurde. Wir besprachen den Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte und die momentane Situation unserer Landwirte. Weshalb rentiert es sich selbst für unsere Landwirte nicht mehr, Grundnahrungsmittel zur Selbstversorgung anzubauen?, war einer der vielen Fragen. Auch der Weg der Betriebe zum kommerziellen , computergesteuerten Wirtschaftsbetrieb wurde nachvollzogen.
Bei der Analyse der momentanen Situation wird festgestellt, dass sich Fragen einer Flurneuordnung oder Flächenzusammenlegung aufgrund der bereits erfolgten Flurbereinigung in unseren Orten nicht stellen. Derzeit finden wir in Großbellhofen (4) und Weigensdorf (1) noch neun Vollerwerbsbetriebe. Daneben gibt es ca. 10 bis 15 Neben- bzw. Zuerwerbslandwirte unterschiedlichster Betriebsgrößen. Viele der befragten Landwirte sehen ihre Zukunft nicht rosig. Nur zwei der sich an unserer Fragebogenaktion beteiligten Betriebe denken an Vergrößerung, zwei sind froh den derzeitigen Stand zu halten und sechs Betriebsinhaber denken an Aufgabe und Verpachtung. Auch die Erschließung neuer Einkommensquellen bedarf unter unseren Landwirten noch vieler Informationen. So können sich nur vier von zehn Betrieben mit einer Direktvermarktung ihrer Produkte anfreunden. Nur fünf von zwölf Befragten sehen Projekte, wie z.B. "Ferien auf dem Bauernhof" positiv. Interesse besteht mehrheitlich an weiteren Gemeinschaftseinrichtungen zum gemeinsamen Maschinenbetrieb oder zum Einkauf von Betriebsmitteln. Auch einen gemeinsamen Waschplatz für landwirtschaftliche Fahrzeuge wünschen sich die Landwirte mehrheitlich. Hier liegt für die künftige Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft sicher ein Betätigungsfeld. Sehr erfreulich ist die überwiegende Auskunft unserer Landwirte, dass sie im Zusammenleben mit der Dorfbevölkerung keine Probleme sehen und sich nicht behindert fühlen. Vereinzelter Ärger mit Falschparkern ist die Ausnahme. Auch der Wunsch der Bevölkerung nach Fahrradwegen bedarf noch klärender Gespräche mit den Grundstückseigentümern.
Umgekehrt sieht auch die Dorfbevölkerung nur vereinzelt Grund zur Kritik an den Landwirten. So werden privilegierte Bauten im Außenbereich, verschmutzte Straßen und beschädigte Feldwege für störend angesehen.
 
Gewerbe und Erwerbstätigkeit:
Bereits um 1860 gab es im Gemeindegebiet mit den Tonwerken eine wichtige Industrieansiedlung. Erst im Besitz einer Familie Gebhard aus Großbellhofen wurde sie von der Familie Wolf (jetzt Wolfshöher Tonwerke) erworben und bis 1918 intensiv betrieben. Ein großer Teil der in der Landwirtschaft im Wandel der Zeit nicht mehr benötigten Personen fand hier Lohn und Arbeit. Mit Beendigung des 1. Weltkrieges wurde das Werk nach Rollhofen/Wolfshöhe verlegt. Hauptgrund war auch der Bahnanschluss mit der Anbindung nach Nürnberg. Von dieser Industrieansiedlung zeugen noch heute - natürlich zwischenzeitlich umgebaute - Gebäude, wie das Gasthaus Kummerth als frühere Werkskantine oder das Haus von Frau Richter (vormals Bürogebäude). Durch die Verlegung der Tonwerke ging die industrielle Bedeutung unserer Dörfer bis heute verloren.
Um die Jahrhundertwende, bzw. zwischen den beiden Weltkriegen, werden in unseren Dörfern Schmiede, Schneider, Bäcker, Schankwirte, Bauhandwerker und Zimmerer genannt.
Bei unserer Bestandsaufnahme des Istzustandes wollten wir natürlich auch die Anzahl der in unseren Dörfern angebotenen Vollzeitarbeitsplätze wissen. Erstaunlich, dass kaum ein Ortsansässiger diese Zahl abschätzen konnte. Hier werden immer viel zu wenig vermutet. Vielleicht ein Indiz, dass sich unsere Betriebe sehr gut ins dörfliche Leben einfügen und kaum störend oder gar belästigend wirken. Tatsache ist jedoch, dass Firmen wie Zahntechnik Blank, KFZ-Betrieb Heid , die Bau GmbH Weber, Zimmerei Holfelder, Baugeschäft Fritz Weber, die Firma Sand-Hammerand, Sanitär Gebhard, EUWE Düsen, die Bäckerei Sommerer, Lebensmittel Roth, Bürsten und Besen Hofmann, Schuhhaus Meier, Architekturbüro Weber, das Versicherungsunternehmen Dobbert und unsere Gastwirte Kreppel, Kummerth und Bella Italia ca. 60 krisensichere Arbeitsplätze anbieten. Ca. 20 Personen haben die Möglichkeit einer selbständigen Erwerbstätigkeit. Wir hoffen, dass wir diesen Stand halten können, vielleicht noch den einen oder anderen ins Dorf passenden Betrieb bekommen und die allgemeine Rezession sich bei unseren Firmen auswirkt. Der überwiegende Teil unserer Gewerbetreibenden wünscht sich mehr Gewerbeflächen im Dorfgebiet und liegt hier im Trend der Gesamtbevölkerung. Auch hier sind 66 gegenüber 59 Befragten für die Ausweisung weiterer Flächen. Interessant ist auch, dass sechs der Gewerbetreibenden Bedarf an leerstehenden Gebäuden anmelden. Hier sollte ein Austausch mit Landwirten stattfinden, die ihre Betriebe stilllegen möchten.
Der überwiegende Teil unserer Bürgerschaft ist mit dem vorhandenen Geschäftsangebot zufrieden. Im Dienstleistungssektor sind noch Wünsche offen. Am häufigsten (22x) kommt der Wunsch nach einer Metzgerei, sieben Personen möchten ein Cafe, 5 x werden Arztpraxis und Apotheke genannt, gefolgt von einer Lottoannahme und einem Zeitungsladen. Auch Post- und Bankannahmestellen werden angegeben.
Auf die - sicher etwas indiskrete - Frage nach dem Kaufverhalten unserer Bürgerinnen und Bürger antworteten 135 Personen. 90 geben an, lediglich bis zu 25 % ihres Bedarfs in den hiesigen Geschäften zu decken, 30 Antworten liegen zwischen 25 und 50 % und nur 15 Personen (also um die 10 %) decken über 50 % ihres Bedarfs in unseren heimischen Geschäften. Diese Zahlen sind sicher für unsere Geschäftsinhaber interessant, steckt dahinter doch noch ein erhebliches Kaufpotential. Die von den Leuten in den Fragebögen hierzu gemachten Verbesserungsvorschläge, aber auch Beschwerden, sollten hier als konstruktive Kritik aufgefasst werden.
Fremdenverkehr ist in unseren Dörfern kaum - Ausnahme sind vereinzelte Wanderer - vorhanden. Trotzdem wären 10 Familien bereit, Fremdenzimmer zu schaffen. Inwieweit hier im Verbund mit dem Fremdenverkehrsverein Schnaittach Möglichkeiten bestehen, bleibt noch zu klären.
Innerhalb unseres Arbeitskreises stellten wir auch die Frage ob Bedarf an gemeinschaftlichen Bestellbörsen besteht. Interessant, dass 76 Personen hier Bedarf sehen. Vorrangig wird an Gartengeräteaustausch, Fahrdiensten, Kinderbetreuung und Gemeinschaftseinrichtungen gedacht. Dies auf geordnete Füße zu stellen ist sicher eine interessante Aufgabe des Arbeitskreises bzw. der künftigen Dorferneuerungsvorstandschaft.
Anlässlich der Ausstellung zur Schlusspräsentation werden die Aussagen und Wünsche aus der Fragebogenaktion detailliert vorgestellt.
Schlusswort:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zum Abschluss der Startphase unserer Dorferneuerung möchten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitskreise für ihr reges Interesse und ihre Unterstützung recht herzlich bedanken.
In den abgelaufenen eineinhalb Jahren befassten wir uns in verschiedenen Arbeitskreisen mit der Erarbeitung eines Leitbildes für die künftige Entwicklung unserer Dörfer. Grundlage dieser Zukunftsperspektiven sind die in mühsamer, stundenlanger Arbeit zusammengetragenen Erfahrungen aus der Vergangenheit, Analysen der derzeitigen Situation und Ihre Ideen aus der Fragebogenaktion.
Diese Leitbilddokumentation wird nun der noch zu wählenden Vorstandschaft der Dorferneuerung und dem Marktrat der Gemeinde Schnaittach als Auftrag und Arbeitsgrundlage übergeben.
Die Zukunft wird zeigen, welche Vorschläge und Wünsche zu realisieren sind. Sicher werden auch Ideen an den finanziellen Möglichkeiten oder am Widerstand zuständiger Fachbehörden scheitern. Davon sollten wir uns jedoch nicht entmutigen lassen. Viele Ideen erfordern keine oder nur geringe finanzielle Unterstützung. Gefragt ist hier viel mehr Gemeinsinn und Engagement aller Mitbürgerinnen und Bürger. Auch eine teilweise Umsetzung aus der Vielzahl toller Ideen, würde dazu beitragen, die Lebensqualität in unseren Dörfern zu verbessern.
Über den weiteren Verfahrensablauf und die Förderung von Privatmaßnahmen werden wir Sie im Rahmen einer Bürgerversammlung noch informieren.
Mit unserem Dank verbinden wir die Bitte, sich weiterhin für das Thema Dorferneuerung zu interessieren und die Entwicklung der Dörfer aktiv mitzugestalten.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitskreise Dorfleben, Dorfbild und Landwirtschaft/Gewerbe

Der Moderator: Walter, Baurat